Vier Millionen Euro für Ratinger Spielplätze

Rund 40 Spielplätze hat die Stadt Ratingen in den vergangenen Jahren ausgebaut oder von Grund auf erneuert. Dabei wurden rund zwei Millionen Euro investiert. In den nächsten Jahren wird das Tempo nun noch einmal angezogen. Der Rat der Stadt beschloss in seiner letzten Sitzung das Ausbauprogramm 2021-2025. Mehr als vier Millionen Euro sind für die grundlegende Modernisierung der Spiel- und Freizeitinfrastruktur in Ratingen eingeplant.

Dabei sind die Spielplätze so zahlreich wie vielfältig. Die Bandbreite reicht von ruhigen, geschützten Anlagen für Kleinkinder bis hin zu Leuchtturmprojekten wie dem Dirt-Bike-Parcours in Hösel, der im letzten Jahr fertiggestellt worden ist, und dem soeben freigegebenen Drachenspielplatz am Rathaus. Eins haben fast alle Ausbau- und Erneuerungsprojekte gemeinsam: Die künftigen Nutzer planen mit.

„In Ratingen hat sich die Durchführung von Partizipationsprojekten in Kooperation zwischen der Abteilung Stadtgrün und dem Kinder- und Jugendbüro bewährt“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. „Kinder und Jugendliche zeigen ein hohes Maß an Planungs- und Entscheidungskompetenz und beteiligen sich mit großem Engagement und Spaß. Sie bringen ihre Ideen und Visionen ein und erleben, dass ihre Vorschläge in die Bauausführung einfließen. Mit dem Ergebnis können sie sich identifizieren und haben die Erfahrung gemacht, dass sich Mitwirkung lohnt. Vandalismus, Müllaufkommen und missbräuchliche Nutzung sind in der Regel erkennbar seltener als vor dem Umbau.“

Dabei wird die Form der Mitwirkung ständig an aktuelle Entwicklungen angepasst. So fand man im Jugendamt heraus, dass die steigende Betreuungsquote für unter dreijährige Kinder auch in der Spielplatzplanung berücksichtigt werden sollte. Kitas haben zwar eigene Außenbereiche zum Spielen, aber vielen Kleinkinder werden von Tagespflegepersonen betreut. Und diese Tagesmütter (meist sind es „Mütter“) sind auf öffentliche Spielplätze angewiesen, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen. Daher werden Tagesmütter bei der Planung von Kleinkinderspielplätzen der Kategorie C nun regelmäßig beteiligt.

Und auch auf sehr spezielle Sonderwünsche reagieren die technischen Planer im Amt für kommunale Dienste sowie die pädagogischen Experten im Jugendamt spontan und schnell – und erhalten dabei meistens Unterstützung durch den Verwaltungsvorstand und den Rat der Stadt, weil der Spielplatzausbau in Ratingen so ein Erfolgsmodell ist. Ein Paradebeispiel ist der Dirt-Bike-Parcours in Hösel, den tatsächlich eine Gruppe junger Radakrobaten initiiert hat. Ein glücklicher Zufall mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens an einem geeigneten Standort bot die Gelegenheit, kurz entschlossen wurde der Beschluss gefasst, und in wenigen Monaten entstand ein Modellprojekt. Ein ungewöhnlicher Sonderwunsch stand auch beim jüngsten spektakulären Spielplatz-Projekt Pate, dem Drachenspielplatz hinter dem Rathaus.

Nicht weniger wichtig als solche Leuchttürme ist jedoch das Spielplatz-Alltagsgeschäft, das in Ratingen seit 20 Jahren systematisch und mit viel Aufwand betrieben wird. Das planmäßige Vorgehen zahlt sich in vielfacher Hinsicht aus. Denn aufgrund der enormen Expertise, die gerade durch den ständigen Umgang mit den Zielgruppen sowie der praktisch permanenten Planung vorhanden ist, sind viele Spielplätze neu, sondern auch zeitgemäß. Trends und pädagogische Erkenntnisse wandeln sich, all dies wird in der Spielplatzplanung berücksichtigt. So gewann zuletzt der Faktor Abenteuer an Bedeutung bei der Gestaltung der Spielgeräte, aber auch Bewegung wurde immer stärker gewichtet. So entstehen auf vielen Plätzen auch einfach modellierte Freiflächen ohne Spielgeräte zum freien und kreativen Toben. Die jüngsten Erkenntnisse: Die meisten Spielplätze wurden recht deutlich von Jungen geprägt. Nun sollen die Anforderungen von Mädchen stärker berücksichtigt werden.